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Bangen und Hoffen


  02.05.2017 - Wer einen Garten hat, will auch etwas von ihm haben. So ist es nur verständlich, dass die Freude im Frühling besonders groß ist.

Jedes Blümlein, jedes Pflänzchen wird in seinem Werdegang genauestens beobachtet. Doch das Gärtnern lehrt auch immer wieder, dass nicht alle Blütenträume in Erfüllung gehen, dass man nicht immer ernten kann, was man sät, dass Demut gegenüber dem Wirken der Natur angesagt ist. Ein Beispiel gefällig? In den letzten Wochen trieben Samthortensie und Kiwi, Tränendes Herz und Kerzen-Knöterich, Straußenfarn und Waldgeißbart frisch grün aus. Doch dann kam die Kälte und mit den frostigen Nächten begann das Bangen und Hoffen.  Die ersten Temperaturen unter Null verkrafteten die genannten Pflanzen noch recht gut, doch spätestens nach der zweiten und dritten Frostnacht waren die Schäden unübersehbar. Die hohlen Stängel der Tränenden Herzen, die schon zur Blüte angesetzt hatten, waren abgeknickt, die frisch grünen Triebe von Samthortensie und Kiwi geschwärzt, der Austrieb von Kerzen-Knöterich gebräunt, der vom Waldgeißbart erschlafft. Gar nicht zu reden von Wein, Obstbäumen und Hortensien, die ebenfalls alle gelitten haben. Zwar sind die Stauden und Gehölze nicht verloren, sie werden wieder durchtreiben und verspätet oder spätestens im nächsten Jahr zu neuer Blütenpracht und Früchtefülle ansetzen. Der Schmerz bei mir Gärtnerin ist dennoch deutlich spürbar.
Tröstend sind da die vielen Narzissen und Tulpen, die wir über die Jahre in der Gartenerde versenkt haben. Zwar legten sich die Frühlingsblüher in den Frostnächten, bei Schneeregen und Schneehagel auf den Boden. Doch unter den Strahlen der Frühlingssonne richteten sie sich am nächsten Tag unverdrossen wieder auf. So wird der Jammer über die Einen ein wenig abgemildert durch die Freude über die Anderen!

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer montags in der SVZ.




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