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Was tun bei Mehltau?


  10.07.2017 - Zuweilen komme ich mir wie ein Pflanzendoktor vor. Ich werde um Rat in dieser und jener und gefühlt in fast jeder Sache gefragt, obwohl mich kein Zeugnis dieser Welt als Fachfrau ausweist.

Lediglich aus meiner Praxis als Hobbygärtnerin kann ich schöpfen. Was tun Sie gegen Mehltau, ist denn auch eine beliebte Frage. Gar nix, antworte ich dann. In diesem Gartenjahr, wo es alle paar Tage ordentlich regnet, muss ich nie den Sprenger anwerfen. Dafür zeichnen sich auf ein paar Phloxblättern weiße Flecken ab, die als Mehltau bekannt sind. Doch anstatt in Panik zu verfallen und zu irgendwelchen Mittelchen zu greifen, bleibe ich die Ruhe selbst. Zum einen habe ich mehrere Phloxsorten, so dass vielleicht die eine Sorte mit Mehltau zu kämpfen hat, während die andere daneben gesund und strotzend dasteht. Zum anderen empfinde ich das Gesamtgartenbild durch die paar Flecken nicht getrübt. Ich sehe meinen Garten als Gesamtsystem, in dem sich die Dinge ausbalancieren dürfen und sollen. Während das eine in einem Gartenjahr vielleicht in Mitleidenschaft gezogen ist, ist anderes besonders schön. Außerdem nehme ich solcherlei Fragen gern zum Anlass, um ins Philosophieren zu kommen. Pflanzen- und Menschenwelt liegen für mich nicht weit auseinander. Habe ich nicht auch zwei, drei Kilos und ein paar Falten zu viel? Bin manchmal krank und nicht die Schönste? Und schmälert das meinen Wert? Geht da gleich jemand gegen mich vor? Lass ich mir deshalb gleich mein Zuviel absaugen oder greife zu Botox? Nein, ich stehe zu mir wie auch zu den etwas bemehlten Pflanzen. Und weiß: Im nächsten Gartenjahr sieht die Welt vielleicht ganz anders aus!

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer montags in der SVZ.




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