Startseite Gartencafé Gartenkultur Gartenreisen Gartenbücher Gartenbilder Gartenkolumne in der SVZ Medien über uns Gartenbrief Kontakt Anfahrt Impressum


Sonntagsgrün Surftipps:

8. August 2014: Gartengeschichten aus erster Hand
 

 Der Privatgarten der Fenna Graf

mit Fenna Graf aus Sprangsrade,
deren Privatgarten der NDR zu einem der schönsten in Norddeutschland gekürt hat.
Journalistin Beate Schöttke-Penke spürt im Gespräch mit der Holländerin Fenna Graf deren Gartenbiographie nach. Ihr 10 000 Quadratmeter großes Anwesen in Schleswig-Holstein ist vom NDR zu einem der schönsten Gärten in Norddeutschland gekürt worden. In mehreren Büchern und Zeitschriften sind die Gärtnerin und ihr Refugium porträtiert worden. Auch der Fotograf Christian Lehsten hat den Garten mehrfach besucht und ihn fotografiert. Anhand seines reichen Bilderschatzes unternehmen Fenna Graf und Beate Schöttke-Penke einen virtuellen Rundgang durch den Garten.

Der Garten von Fenna Graf

ab 18.30 Uhr im Gartencafé Sonntagsgrün in 19069 Drispeth, Alte Dorfstraße 5; zuvor Abendessen vom Büfett im Garten; Eintritt incl. Essen/Getränke + Gesprächs- und Vortragsabend 28 Euro; Vorherige Anmeldung notwendig unter Telefon 03867/6508
Bildergalerie dazu einstellen – Fotos dazu im Ordner „Fotos zur Gartenkultur“ 8. August
Hinweis einfügen: Alle Fotos von Christian Lehsten

Beschreibung des Gartens im Buch „Die schönsten Küstengärten Deutschlands“ von Beate Schöttke-Penke und Christian Lehsten, Februar 2014 bei der DVA:

Ein bezauberndes Gartenreich voller Üppigkeit

Ein paar Blumen haben! Diese Idee stand am Anfang des Gärtnerns von Fenna Graf in Sprangsrade. Aus Süddeutschland kommend, hatten die gebürtige Holländerin und ihr Mann ein Reetdachgehöft aus dem 16. Jahrhundert in der Holsteinischen Schweiz erworben. Ziemlich herunter gekommen, doch in Alleinlage, wie sie es liebten. Viel Eigenleistung hatte das Paar in das Anwesen gesteckt, um es bewohnbar zu machen. Acht Jahre waren darüber hinweg gegangen. Nun wartete das 10 000 Quadratmeter große Grundstück auf die gärtnerische Gestaltung. Viel brachliegende Fläche, die nach Ideen verlangte.

Parallel zur Anlage von ersten Blumenbeeten  rund um das Wohnhaus geht das Paar auf Reisen, lernt es bedeutende Gärten kennen. Im Refugium Monets verzaubert Fenna Graf der mit Kapuzinerkresse unterpflanzte Rosengang. Im Garten von Beth Chatto fühlt sie sich von der Verwendung üppiger Blattpflanzen in großen Schwüngen angeregt. Im nach Vanille duftenden Goldregengang von Rosemary Verey fasst sie den Entschluss, irgendwann auch so einen Gang anzulegen. Eine Leidenschaft erwacht. „Vielleicht spielt auch mein holländisches Temperament mit“, sagt Fenna Graf. Soll heißen: Das Gärtnern liegt ihr wahrscheinlich im Blut. Die Geschwister, die Eltern, die Großeltern – sie alle haben schöne Gärten. „Und wenn man in Holland über die Dörfer fährt, ist es immer so schön“, schwärmt Fenna Graf.

Der Gestaltungswille wird obendrein befeuert, als auch in Schleswig-Holstein die Idee der Offenen Gärten immer mehr Anhänger findet. Fenna Graf steigt ins Vorbereitungsteam der alljährlichen Aktion ein, „entwickelt ein bisschen Ehrgeiz“ für den eigenen Garten. Eine Aussage, die die Bescheidenheit der Gärtnerin veranschaulicht. Denn Sprangsrade hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu dem bekanntesten und am meisten besuchten Privatgarten in Schleswig-Holstein gemausert. Fenna Graf wiederum ist zu einer Gärtnerin gereift, die das Zusammenspiel von Pflanzenfarben, -formen und -düften meisterhaft beherrscht.

Subtil abgestimmte Staudenbeete, ein weißer Glyziniengang, Rosen in großer Zahl, vielfältige Sitzplätze und eine schier unübersehbare Menge an Kübelpflanzen verbinden eine Vielzahl von Gartenräumen: das Willkommenszimmer mit dem Roten und dem Heilkräutergarten; die eine Teichanlage mit einem formalen Bachlauf; die Obstwiese mit dem Boule- und Feuerplatz der Familie; eine zweite Teichanlage mit dem japanischen Garten; den Kräuter- mit dem Gemüse- und Saunagarten. Ein atmosphärisch dichtes Anwesen, das mit immer wieder neuen Gestaltungskombinationen, einer erlesenen Pflanzenauswahl und nicht zuletzt Weitblicken in die Landschaft verzaubert. Das gestalterische Geheimnis all dessen? „Ein Garten ist wie ein Haus“, sagt Fenna Graf. Mit der gleichen Liebe zum Detail wie das Wohnumfeld will auch das Grün vor der Haustür gestaltet werden: Sorgfältig gewählte Gehölze bilden Räume; wechselnde Staudenkombinationen sorgen für Überraschungen; klare Strukturen bringen Ruhe; wiederkehrende Pflanzen wie beispielsweise die von Fenna Graf geliebte Hydrangea aborescens ‘Annabelle’ fügen alles zu einem Ganzen.

So wie Wohnräume verlangt auch der Garten nach Ruheorten. Ihn sitzend wahrnehmen können, das ist für Fenna Graf außerordentlich wichtig. Nicht nur den Leuten zuliebe, die zu Hunderten kommen, gibt es so viele Stühle, Bänke und Tische. „Ein Garten nur zum Anschauen wäre mir zu wenig. Man muss das Gefühl haben, da wird auch gelebt“, unterstreicht die Gärtnerin und freut sich, wenn Kinder und Kindeskinder im Garten „rumlümmeln“. Und wie in einem Haus ein Blumenstrauß auf dem Tisch für Wohnlichkeit sorgt, so künden im Graf-Garten zahllose Pflanzgefäße auf und neben den Tischen von Menschennähe.
Immer wieder dran bleiben – das hat sich Fenna Graf zum Arbeitsprinzip gemacht. Sie findet es spannend, dass „man nach 20 Jahren noch so viel machen kann“. Der Garteneifer, das Vergnügen am Buddeln in der Erde ist bei der über 60jährigen daher ungebrochen. Kritisch überdenkt sie einmal gestaltete Bereiche und macht sich immer wieder daran, das eine oder andere zu verändern. Neue Ideen werden ausschließlich im Kopf ausgesponnen. Nicht mehr Zufriedenstellendes schaut sie wieder und wieder an, lässt Lichtstimmungen auf sich wirken, tastet sich an das Neue Schritt für Schritt heran. Wird die Vision im Kopf konkret, nimmt Fenna Graf Beete vollständig auf und beginnt ganz von vorn. Nur so fühlt sich die Gärtnerin in der Planung frei. Dem Garten kommt dies zugute. Er verjüngt sich, geht mit der Zeit und spiegelt zugleich die Weiterentwicklung.

„Der Garten macht viele Leute glücklich“, stellt Fenna Graf immer wieder fest. Wer nach Sprangsrade kommt, entdeckt warum und wird dies bestätigen. Der Besuch des prachtvollen Gartens, ein aufschlussreicher Rundgang mit der  versierten Gärtnerin und nicht zuletzt die Begegnung mit der höchst sympathischen Frau beglückt. Immer wieder aufs Neue!

Durch Klicken auf die Bilder vergrößern.

Alle Fotos  ©Christian Lehsten

Beschreibung des Gartens auf der Internetseite www.gartenzauber.com:

Mit Anfang 40 noch einmal ganz neu beginnen. Einen traumhaften Platz zum Leben schaffen und einen Garten anlegen, der die Seele berührt. Fenna und Friedrich Graf haben es gewagt und ihren Schritt nie bereut. Heute liegt der Graf-Garten wie ein Juwel in der lieblichen Plöner Hügellandschaft.

Wer sich nach Ascheberg aufmacht, fährt in eine der schönsten Landschaften Norddeutschlands: Sanfte Hügel, genutzt als Weiden, Raps- und Getreidefelder, rahmen den Plöner See und geben der Holsteinischen Schweiz ihr Gepräge. Auf einem dieser Hügel liegt er, der Garten von Fenna Graf und ihrem Mann Friedrich. Fast 10.000 qm Grünfläche hat die tatkräftige Verlagsinhaberin und Familienfrau in 18 Jahren in ein blühendes Paradies verwandelt. “Als mein Mann und ich mit unseren zwei Kindern aus Freiburg hier nach Schleswig-Holstein zogen, hatten wir ein großes Bedürfnis nach Platz und persönlichem Freiraum.” erzählt die gebürtige Holländerin. “Der große Fachwerkhof mit seinen Nebengebäuden und der Alleinlage passte genau in unser romantisches Bild eines behaglichen Zuhauses. Von Gartenpassion war damals noch gar nicht die Rede, eher flüchteten wir uns aus der häuslichen Dauerbaustelle in die intakte Natur.” Vor den Erfolg hatten die Götter den Schweiß gesetzt, denn das Wohnhaus, die Scheune, Schuppen und Wege mussten grundlegend saniert werden. Eine Aufgabe, die die Grafs mit viel Energie und Stilempfinden meisterlich bewerkstelligten.

Was folgte, war die Gestaltung und Anlage des heutigen Gartens, der ein Besuchermagnet für Gartenbegeisterte aus ganz Deutschland ist. “Ich hatte weder eine gärtnerische Ausbildung, noch eigene Erfahrungen mit Spaten und Grabegabel. Was ich allerdings hatte, war ein klares Ziel: Der Garten sollte eine Einheit mit unserem Haus bilden und unseren Lebensraum nach draußen erweitern.” berichtet Frau Graf von den Anfängen ihres ambitionierten Hobbys. Wie gut ihr dieser Plan gelungen ist, zeigt bereits der erste Blick beim Betreten des weitläufigen Grundstücks…..

 

Sonntagsgrün Buchtipps

Schönste Küstengärten
März 2014
Für einen großen Bildband bereiste das Autorenteam schöne Küstengärten entlang der Nord- und Ostseeküste. Dabei erlebten sie: das nördliche Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben weit mehr zu bieten als lange weiße Strände und charmante kleine Orte.
weitere Infos
Offene Gärten zwischen Müritz und Usedom
September 2011
Faszinierend und inspirierend präsentieren sich 23 "Offene Gärten" zwischen Muritz und Usedom in diesem opulenten Text-Bildband. Jeder Garten bietet fantastische Ansichten und interessante Geschichten leidenschaftlicher Gärtner.
weitere Infos
Ein Garten mit vielen Stimmungen
Februar 2012
Der Garten in Landsdorf ist ein Geheimtipp in Mecklenburg-Vorpommern. Die Autorin schildert detailliert, wie der einstige Gutsgarten nach jahrzehntelanger Verwahrlosung zu seiner heutigen Schönheit gefunden hat.
weitere Infos

 

Sonntagsgrün  |  Beate Schöttke-Penke  |  Alte Dorfstraße 5  |  19069 Drispeth  |  Telefon: 03867-6508  |  E-Mail: info@sonntagsgruen.de