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Die Entdeckung des Teufelsabbiss


  08.01.2018 - Das Schöne an der Begegnung mit anderen Gärtnern/innen und deren Refugien ist das Kennenlernen von bislang unbekannten Pflanzen. So erging es mir mit dem Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis), dessen Name auf das von unten absterbende Rhizom Bezug nimmt.

Einer Sage nach soll der Teufel aus Zorn über die Heilkraft der Pflanze dieses abgebissen haben. Ableger der heimischen aber rar gewordenen Wildstaude übergab mir vor Monaten Barbara aus dem niedersächsischen Gehrde mit den Worten, diese selten gewordene Wiesenblume müsste ich unbedingt in meinem Garten haben. Anregungen solcher Art werden nicht überhört und so kam der blauviolette Spätblüher zunächst in meinen „Kindergarten“. Dort konnte ich ihn im letzten Gartenjahr aufmerksam beobachten. Aus Rosettenblättern, bis zu 50 Zentimeter über dem Boden, wachsen im oberen Teil verzweigte Sprossachsen, die bei gutem Boden einen Meter hoch werden können. Bis zu 80 kugelige Blüten erblühen ab Juli über einer einzigen Pflanze bis in den Frost hinein und dienen Bienen, Schwebfliegen und verschiedenen, sehr selten gewordenen Tagfalterarten als Nektarpflanze. Ist der Standort im Garten mager, feucht und hell, erweist sich die Pflanze als konkurrenzfähig und ausdauernd. Die Loki-Schmidt-Stiftung wählte den Teufelsabbiss 2015 zur Blume des Jahres, um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass Succisa pratensis durch die großflächige Intensivierung von Feuchtgrünland in vielen Bundesländern inzwischen auf der Roten Liste gefährdeter Blütenpflanzen steht. Mit dem Teufelsabbiss in meinem Garten habe ich mich unterdes angefreundet. Ein erster Ableger ist weiter gereicht und ich überlege inzwischen, auf welche Weise er den „Kindergarten verlassen und in meine Staudenbeete einziehen kann.

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer montags in der Schweriner Volkszeitung.




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