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Appetit auf die "Rote Emmalie"


  18.04.2018 - Es gibt Gartenfreunde, die probieren alle paar Jahre neue Kartoffelsorten aus. Wir sind da eher traditionell gestrickt.

Es gibt Gartenfreunde, die probieren alle paar Jahre neue Kartoffelsorten aus. Wir sind da eher traditionell gestrickt. Wie ich an dieser Stelle schon einmal ausführte, schwören wir seit ein paar Jahren auf die Kartoffelsorte „Laura“. Wir bauen sie vor allem deshalb in unserem Küchengarten an, weil wir frische Kartoffeln aus dem Garten gern mit Schale essen und Laura relativ schorfresistent ist. In diesem Jahr allerdings wird „Laura“ Gesellschaft bekommen durch die „Rote Emmalie“. Sie ist zur „Kartoffel des Jahres 2018“ gewählt worden und überzeugte den Küchengärtner unserer Familie durch mehrere Aspekte. Die Kreuzung aus den Sorten „La Ratte“, „Baltica“, „Highland Burgundy Red“ und der alten peruanischen Landsorte „Huamantango“ schmeckt würzig und hat als vorwiegend festkochende Kartoffel eine ausgesprochen feine Konsistenz. Ihre rote Farbe verdankt sie dem Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der in ähnlicher Ausprägung auch in Erdbeeren und Himbeeren vorkommt. Anthocyane sind Antioxidative, denen eine anti-endzündliche und herzschützende und also eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Auch die Züchtungsgeschichte nimmt uns für die „Rote Emmalie“ ein. Während die meisten Kartoffelsorten aus den Laboren internationaler Zuchtkonzerne kommen, stammt die erwählte Sorte aus ökologischer bäuerlicher Züchtung. Bio-Landwirt Karsten Ellenberg züchtet in Barum bei Uelzen in Niedersachsen seit über 20 Jahren Kartoffeln. Er ist der einzige bäuerliche Öko-Kartoffelzüchter in Deutschland. Gemeinsam mit einem befreundeten Landwirt aus Schottland hat er die „Rote Emmalie“ vermehrt. Dort sind die Bedingungen für die Kartoffelzucht entlang der Küste durch den vielen Wind ideal.
Zur „Kartoffel des Jahres“ können übrigens nur solche Sorten gewählt werden, die ohne Gebühren angebaut werden können, weil sie älter als 30 Jahre sind oder der Züchter, wie im Fall von Karsten Ellenberg, darauf verzichtet. Mit der Auszeichnung soll auf die bedrohte Kartoffelvielfalt aufmerksam gemacht werden. Zwar gibt es weltweit über 2000 und in Deutschland immerhin 147 zugelassene Kartoffelsorten. Doch die Tendenz ist rückläufig. Verbraucher z.B. kennen aus dem Handel nur ein schmales Sortiment von höchstens zehn Sorten. Auch das ist für uns ein nicht unerheblicher Grund, es mit der „Roten Emmalie“ zu versuchen.

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.




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