Startseite Gartencafé Gartenkultur Gartenreisen Gartenbilder Gartenkolumne in der SVZ Gartenbrief Kontakt / Anfahrt Impressum Datenschutz


Sonntagsgrün Surftipps:

News


Finnische Verhältnisse


  02.05.2018 - Silvia L. schreibt mir nach einem arbeitsreichen Tag: „Ich sitze auf meiner Terrasse in Frankenhorst und genieße. Herrlich! Bin seit Dienstag hier und habe mich auf meiner Klitsche nur getummelt.“

Ich kann mit der Mecklenburgerin, die vor Jahrzehnten nach Finnland auswanderte, dort ihre Winter aber hierzulande den Frühling und den Sommer verbringt, gut nachfühlen. Auch ich jubiliere. Endlich, nach dieser irgendwie nicht enden wollenden kalten Jahreszeit, ist der Frühling da. An allen Ecken und Enden sprießt es im Garten. Mit jeder Stunde setzt sich das Grün mehr durch. Bäume und Sträucher „schlagen aus“, Stauden durchbrechen die Erde, Frühlingsblüher erfreuen mit ihrer Schönheit.Doch die Gärtnerin, der Gärtner muss sich in diesem Jahr beeilen. Der Frühling meint es gut mit uns, vielleicht zu gut. Von jetzt auf gleich scheint der Sommer da zu sein. Sich wettertechnisch mit kurzer Hose, T-Shirt und Sonnenhut zu wappnen, ist für die Gärtnerin noch die leichteste Übung. Doch wo bleibt die Zeit für all die Arbeiten, die jetzt anstehen? Stauden teilen und umpflanzen, den Kübelgarten auf Vordermann bringen, Tomatenpflanzen topfen, Zwiebeln stecken, Salate aussäen, Kartoffeln legen, Gartenmöbel säubern, Rasen mähen, die Beete vom ersten Unkraut befreien und und und. Nach wochenlangem In-der-Warteschleife-Verharren ist jetzt an jeder Stelle Tatendrang gefragt. Dabei wollen wir Gärtner doch auch genießen, wollen den langsamen Wandel auskosten - die Betonung liegt auf langsam! - und nicht zuletzt auch mal die Nase in die Sonne halten. So verlangt uns dieser Frühling Einiges ab: Gelassenheit ist gefragt, dass wir das auferlegte Pensum schon schaffen, Zuversicht, dass die eigenen Kräfte reichen, Geduld, dass sich Alles im Laufe des Gartenjahres ausbalancieren wird und Demut, dass wir an dem Wetter eh nichts ändern können.Bei einem Milchcafé gehen meine Gedanken zur Wahl-Finnin nach Frankenhorst. Ich ziehe Parallelen. Hoch droben im Norden dauert der Winter lang, ist der Frühling kurz und kommt, wenn er dann kommt, mit aller Macht. Temperaturen über 20 Grad sind dort Ende April keine Seltenheit. Allerdings müssen die Finnen im Mai immer mit Spätwintereinbrüchen rechnen. Mein Wunsch an diesem Frühlingstag liegt auf der Hand: Bitte keine finnischen Verhältnisse!

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.




Weitere News:
» Willkommen zur Apfelflut!
» Fetthennen für die Laufenten
» Tausend Blüten für die Bienen
» Sonnenbrand im Blumenbeet
» Wässern wie die Weltmeister

 

Sonntagsgrün  |  Beate Schöttke-Penke  |  Alte Dorfstraße 5  |  19069 Drispeth  |  Telefon: 03867-6508  |  E-Mail: info@sonntagsgruen.de