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Die goldene Pflanzschaufel


  24.05.2018 - Kürzlich trafen sich ein paar Gartenfrauen bei mir. Sie kennen sich inzwischen gut und es braucht keine Zeit des Miteinander-Warmwerdens, bis ein intensives Gespräch entsteht.

Natürlich geht es auch um Gärten. Eindrücke aus den eigenen Refugien werden geschildert, Erfahrungen ausgetauscht und hin und wieder wandert eine Pflanzengabe von der einen zur anderen Frau. An diesem Tag hatte mir Erika H. die Weiße Wald-Aster (Aster divaricatus) mitgebracht. Bei der Bundesgartenschau in Schwerin war mir diese zum ersten Mal im südlichen Schlossgarten aufgefallen, wo die robuste Wild-Aster mit hübschen weißen Blütensternchen auf braunen Stielen eine anmutige Erscheinung war. Seitdem war sie mir bei Gartenbesuchen immer mal wieder begegnet. Der Wunsch hatte sich verfestigt, dieses Pflanzenschätzchen auch besitzen zu wollen. Die trockenheits- und schattenverträgliche Pflanze erfreut nämlich nicht nur mit ihrer Blüte sondern auch mit silbrigen Samenständen und toleriert Wurzeldruck. An diesem Tag nun erfüllte Erika H. ihr Versprechen und brachte mir Ableger aus ihrem Garten in Friedrichsmoor mit. Nicht ein kleines Tütchen sondern drei dicke Beutel mit sorgfältig getränkten Pflanzen wechselten die Besitzerin. Wohin mit der reichen Gabe? Der Platz war schon ausgeschaut. Rund um einen langen Tisch unter Apfelbäumen und vor einer Totholzecke, der im Schatten liegt und daher eine Aufhellung gut vertragen kann, wurden sie üppig aufgepflanzt.
Unter Gärtnern geht ja die Rede, dass man sich für solcherart Geschenke nicht bedanken soll. Die Pflanzen würden sonst nicht anwachsen. Ich halte das für einen Irrglauben und habe an dieser Stelle schon einmal betont, dass ich mich an diese Regel nicht halten mag. Wie freute es mich aber, dass an dem bewussten Tag aus der Frauerunde Gabi B. aus Wüstmark aufstand und meinte, sie müsse Erika H. „Die goldene Pflanzschaufel“ verleihen. Sie habe nämlich festgestellt, dass die meisten Ableger aus ihrem Garten von ihr stammten. Natürlich war die geschenkte Schaufel eine handelsübliche und doch freute sich die Ableger-Spenderin sehr und beteuerte, das Gartengerät wolle sie in Ehren halten.
Wenn ich manchmal gefragt werde, was mich am Gärtnern und an Gartenmenschen so begeistert, so ist mir das Erlebte mal wieder eine schöne Bestätigung: Es herrscht ein wunderbares Nehmen und Geben!

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.




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