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Der Garten beim Friseur


  31.05.2018 - Das Mittelmeerwetter der letzten Wochen mit Hitze und kaum Regen macht meinen Staudenbeeten zu schaffen. Den Hain- und Blutbuchenhecken dagegen scheint das Wetter nichts auszumachen.

In den letzten Tagen sind sie kräftig ins Kraut geschossen, nach allen Seiten wachsen die Zweige. Da müsste die Heckenschere ran, sage ich zu meinem Mann. Der, wohl wissend, dass der Formschnitt von ca. 100 Metern Hecke ein Kraftakt ist, bietet sich an, mir zu helfen. Ich dagegen will die Sache nicht aus der Hand geben. Dabei weiß ich im Vorfeld, dass mich das Schnibbeln der meterlangen Hecken, zumal an diesen heißen Tagen, an Grenzen bringen wird. Doch das in-Form-Bringen der Gehölze ist auch eine zutiefst zufriedenstellende Arbeit. Denn das Ergebnis liegt schon bald auf der Hand, der Wechsel von akkurat gestalteten Linien und freien Formen bringt eine Spannung in den Garten, die ich immer wieder aufs Neue genieße. Als Frau mit Kurzhaarfrisur weiß ich zudem, wie wichtig ein guter Schnitt, nicht nur durch die Friseurin sondern auch durch die Gärtnerin ist. Es hat sich über die Jahre ergeben, dass die einzelnen Heckenabschnitte inzwischen in verschiedene Formen gebracht werden. Die Hainbuchenabschnitte im Vorgarten und an zwei Sitzecken schneide ich möglichst schmal, kantig und mit ganz geraden Linien. Die Meter an der Feuerstelle sind breiter gewachsen und nach oben hin abgerundet. Die Blutbuchenhecken im Küchengarten wieder wachsen ganz anders, mit einem hängenden Wuchs und daher ist der Formschnitt hier auch rundlicher gestaltet. Die Solitäre an den Heckenenden sind für mich über die Jahre zu Persönlichkeiten geworden, deren Individualität durch den Heckenschnitt nicht verloren gehen soll. Die Wächter am Eingang zum Kiesgarten z.B. wuchsen nicht gleich stark, die gewünschte Symmetrie ist keine Realität geworden. Ich habe mich damit inzwischen arrangiert. Die eine Pflanze ist eben die größere, stärkere, die andere die kleinere, zartere. So unterscheiden sie sich auch nach dem Schnitt: Die eine proper und mächtig, die andere zart und schlank.
Fertig mit der Arbeit genieße ich das Bild, lasse den Blick schweifen über das Gelände und konstatiere mal wieder, wie wichtig ein paar gerade Linien im üppig wachsenden Grün sind. Bin mir aber auch bewusst: In vier, fünf Wochen steht schon der nächste Friseurtermin an.


Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.




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