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Eine Kratzdistel von Beth Chatto


  04.06.2018 - Meine Freundin V. aus Berlin schickt einen langen Zeitungstext aus der FAZ. „Auf Tour durch fremde Beete“ ist der Text überschrieben und handelt von Offenen Gärten.

„Du kennst sicher aller Mitwirkenden“ hat die Großstädterin auf den Rand geschrieben. Und in der Tat – einer ganzen Reihe der Protagonisten bin ich wirklich begegnet. Gesa Klaffke-Lobsien und Kaspar Klaffke in Hannover, die Vorreiter der Offenen Gartenpforte in Deutschland, habe ich im letzten Herbst mit ein paar Frauen besucht. Zu Manfred Lucenz und Klaus Bender am Niederrhein war ich schon mit einer Gartenreisegruppe unterwegs, ganz zu schweigen von ihren Büchern, die an dieser Stelle schon Erwähnung fanden. Wilfried Rusch in Westfalen steht auf meiner Besucherwunschliste für nächstes Jahr und Ira Schwarz im mecklenburgischen Kühlungsborn konnte ich persönlich dafür gewinnen, ihren Garten für Besucher zu öffnen.
Auf der Zeitungsseite steht auch ein Text über Beth Chatto. Sie ist vor ein paar Tagen im Alter von 94 Jahren verstorben, erfahre ich. Die Garten-Revolutionärin habe ich leider persönlich nicht gekannt und doch werden Erinnerungen wach. Ihr Buch über Kiesgärten, das sie u.a. sehr bekannt gemacht hat, steht in meinem Gartenbücherregal. Natürlich gelesen. In dem beschreibt sie, wie sie das trockene Gelände eines ehemaligen Parkplatzes in einen Kiesgarten verwandelte. Er ist ein schönes Beispiel dafür, dass es für jeden Platz die richtige Pflanze gibt. Anstatt dem Gartenideal ausschließlich romantischer Cottage- und Prachtrabatten voller hochgezüchteter Stauden weiter zu folgen, propagierte Beth Chatto schon in den 1970er Jahren ökologisches Gärtnern. Im letzten Jahr konnte ich ihren Garten in Elmstead Market im britischen Essex besuchen. Obwohl das Anwesen schon in den Händen von Enkelin Julia Boulton lag, lebte Beth Chatto noch immer inmitten ihres Gartens, in einem eingeschossigen, unscheinbaren Farm-Haus. Ich erinnere mich, wie ich mit einer Mitreisenden der Gärtnerin gedachte, die zwar nicht zu erblicken, deren Aura im Garten aber stark zu spüren war.
Auf meinem Roten Beet ist in diesen Tagen die Purpur-Kratzdistel (Cirsium rivulare ‘Atropurpureum’) erblüht. Ich hatte sie im letzten Jahr in der Gärtnerei von Beth Chatto erworben. Nun wird mich die lange blühende Distel wohl immer an die zwar zarte doch große Gärtnerin erinnern.

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.




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