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Ganz wie in alten Zeiten


  06.07.2018 - Als ich mich für Häuser zu interessieren begann, hatten es mir vor allem die alten Hallenhäuser in Mecklenburg angetan. Deren Bewohner pflanzten seit eh und je in die Nähe der Küchentüren Wallnuss-Bäume.

Die nämlich hielten in den Sommerwochen Insekten fern. Mit Wallsnuss-Blättern wurden früher Flure ausgestreut. Auch Motten in Wäscheschränken hielt man mit Blättern fern. Als wir Mitte der 90er Jahre also unsere Büdnerei erwarben, gehörte die Pflanzung eines Wallnuss-Baumes in der Nähe zur Küchentür zu unseren ersten gärtnerischen Aktivitäten. Die Bedingungen bei der Pflanzung sind auf einigen Familienfotos festgehalten: Es schneite. Doch voller Tatendrang stapfte mein großer Sohn, damals sechs Jahre, durch die Kälte. Ihm zu Ehren wurde der Baum schließlich gepflanzt.
Später, als sich die Gartenleidenschaft in unserer Familie auswuchs, wurde der Pflanzplatz der Wallnuss immer mal wieder in Frage gestellt. Klassisch gesehen steht der dicker werdende Stamm in mancher Sichtachse. Und würde der groß werdende Baum nicht auch irgendwann den Pflanzen drumherum die Kraft rauben? Natürlich wollte niemand Hand an den Baum legen. Auch wenn ich nicht zu den abergläubischen Menschen gehöre, diesen Baum, der für unseren Sohn gepflanzt worden war, auszubuddeln, ihn an anderer Stelle wieder einzupflanzen und bei dem Ortswechsel einen Verlust des Baumes zu riskieren – das wollte in unserer Familie niemand riskieren. So wurde die Wallnuss auf dem Hof mit jedem Jahr mächtiger. In diesem Jahr nun, in dem der Sohn 30 Jahr alt wird, ist er deutlich dem Haus, der Scheune entgegen gewachsen. Wieder asten wir ihn ein Stückchen auf, um uns den Blick in den Garten nicht nehmen und den Pflanzen drumherum die Luft zum Atmen zu lassen.
In diesem Gartenjahr, das schon mit so vielen Sommer-Tagen punktet, entdecken wir nun eine andere Qualität des Baumes: Inzwischen sitzen wir fast unter einem Blätterdach, natürlich unbehelligt von Insekten. Das immer mal wieder vorbei kommende Eichhörnchen holt sich in Blickweite Nüsse aus dem Kasten, den wir aufgehängt haben. Und eine Gartenbesucherin erbat sich jüngst von der reichlich zu erwartenden Ernte die ersten grünen Nüsse. Mit jedem neuen Tag sagen wir uns: Wie schön, dass wir auf unserem Hof eine Wallnuss haben. Ganz wie in alten Zeiten!

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.




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