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Ich bleib dann mal hier


  06.07.2018 - Jüngst schaute ich mir einen großen Waldgarten an. Die Besitzer, nahe der 70 Jahre, sind im Rentenalter von Hessen an die Mecklenburgische Seenplatte gezogen und laufen in ihrem gärtnerischen Eifer noch mal zur Hochform auf.

Viel Fläche mit einem tollen, alten und vielfältigen Baumbestand kann beackert werden. Welches erfahrene gärtnerische Herz schläge da nicht höher? Man kann noch mal neu beginnen, kann all seine Erfahrung, sein Wissen einbringen, kann die Fehler von früher vermeiden im Wissen, dass man auch im neuen Garten welche machen wird. Früher hatte ich einen Garten, jetzt hat der Garten mich. Dieses Gärtner-Sprichwort trifft auf die Neu-Mecklenburger voll zu. Und mit Bewunderung erzählte die Gärtnerin von einer Bekannten, die noch mit 92 Jahren zehn Magnolien gepflanzt habe.
Nun kann und will sich manch Einer solch ein Leben überhaupt nicht vorstellen. Im Sommer nicht verreisen können, jeden Tag den Garten im Auge behalten zu müssen, ja, in den Dürre-Tagen dieses Frühjahres ihm auch dienen zu müssen, das – so sagte es mir jüngst ein Gartenbesucher – empfände er, als wenn er in einem Käfig gefangen sei. Nun sind die Menschen ja so was von verschieden und daher konnte ich dem Gegenüber schon in gewisser Weise gedanklich folgen. Doch gefühlsmäßig fiel es mir schwer. Ich fühle mich eher in Büros, in Autos auf vollgestopften Straßen gefangen. Mich jeden Tag um den Garten kümmern zu können, verschafft mir Entspannung, ist für mich Ausgleich und ich übe mich darin, die kleinsten Kleinigkeiten zu registrieren, zu beobachten und lerne letztlich immer wieder dazu. Dass ich im Sommer nicht verreisen kann, empfinde ich in unserem Bundesland zudem nicht als Defizit. Die Ostsee ist nicht fern, hier kommen andere her, um Urlaub zu machen. Kultur gibt es an jeder Ecke, an jedem Ort, an jedem Wochenende, was in anderen Bundesländern in dieser Dichte und Vielfalt längst nicht üblich ist. Und tolle Naturecken lassen sich auf dem Rad und zu Fuß ebenfalls zuhauf entdecken. Die oben beschriebenen Gärtner beispielsweise schauen von ihrem Wohnhaus kilometerweit in die mecklenburgische Schweiz, über Felder, Knicks, Wälder. Durchaus ein Weitblick, um den ich sie beneide.
Während also viele Mitmenschen im Sommer das Ich-bin-dann-mal-weg ausleben, fahre ich – und nicht nur ich - mit Vorliebe das Gegenprogramm: Ich bleib dann mal hier!

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.






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