Startseite Gartencafé Gartenkultur Gartenreisen Gartenbilder Gartenkolumne in der SVZ Gartenbrief Kontakt / Anfahrt Impressum Datenschutz


Sonntagsgrün Surftipps:

News


Vagabunden in unseren Gärten


  16.07.2018 - Ein Leser fragt mich: Kennen Sie diese Pflanze? Das mitgeschickte Foto kann ich zum Glück eindeutig identifizieren.

Es handelt sich um eine Kermesbeere (Phytolacca). Die imposante einjährige Pflanze kann bis zu zwei Meter hoch werden und bildet große weiße Blütenkerzen aus – eine Pflanze also mit Zierpflanzen-Potential im Blumengarten. Im Herbst entwickeln sich schwarzrote Beeren, die zahlreiche Vögel anlocken. Diese wiederum sorgen mit ihren Ausscheidungen für die Verbreitung im Garten. So ist die Pflanze wohl auch in den Garten des Lesers gekommen. Beheimatet ist die Kermesbeere ursprünglich im Norden Amerikas.  Die getrocknete Wurzel der Heilpflanze wurde bei der Behandlung von Rheumatismus, Entzündungen der Mandeln und des Kehlkopfes verwandt, der dunkle Saft der Beeren auch zum Färben von Wein und Süßigkeiten eingesetzt. Wie Stechapfel (Datura stramonium) oder Kreuzblättrige Wolfsmilch (Euphorbia lathyris), die ebenfalls durch Vögel, den Wind oder Blumenerde in den Garten gelangen können, ist auch die Kermesbeere anspruchslos, pflegeleicht und beliebt bei Insekten. Allerdings auch giftig. Halten sich regelmäßig Kinder im Garten auf, sollte auf die vagabundierenden Wildpflanzen vielleicht lieber verzichtet werden.
Die Frage des Lesers weckt in mir übrigens eine Erinnerung. Vor Jahren bekam ich von einer Bekannten aus dem Dorf eine Pflanze, die ihr unter dem Namen Blaue Lampionblume bekannt ist und die seitdem durch unseren Garten vagabundiert. Die hellblauen Blüten öffnen in diesen Tagen ihre Blüten und werden sich an dunklen Stängeln bis zum Oktober zu blasenähnlichen schwarzen Fruchthüllen entwickeln – auch hier also eine Pflanze mit Zierwert für den Garten. Im Inneren der Lampions reifen kleine gelbbraune Früchte heran, die aber ebenfalls giftig sind. Nicht nur aus diesem Grund ist Vorsicht bei der Giftbeere (Nicandra physalodes) geboten. Die ursprünglich aus Südamerika eingeführte Zierpflanze, die bis anderthalb Meter hoch wird, versamt sich überreichlich. Gefühlt taucht sie überall im Garten auf und wächst innerhalb von Tagen zu stattlichen Exemplaren heran. Ganz ausmerzen sollte man die Giftbeere allerdings nicht, sondern die eine oder andere Pflanze im Garten belassen: Ihr Duft nämlich vertreibt Schädlinge wie die Weiße Fliege.

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.




Weitere News:
» Willkommen zur Apfelflut!
» Fetthennen für die Laufenten
» Tausend Blüten für die Bienen
» Sonnenbrand im Blumenbeet
» Wässern wie die Weltmeister

 

Sonntagsgrün  |  Beate Schöttke-Penke  |  Alte Dorfstraße 5  |  19069 Drispeth  |  Telefon: 03867-6508  |  E-Mail: info@sonntagsgruen.de