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Wässern wie die Weltmeister


  23.08.2018 - Vor ein paar Tagen amüsierte uns die Frage einer Besucherin. In vollem Ernst erkundigte sich diese, ob wir Kunstrasen hätten. Das satte Grün, auf dem sie stand, konnte sie sich scheinbar nur auf diese Weise erklären.

Die Antwort ist simpel: Wir haben einen Brunnen und können daher gießen. Da mein Mann, wie er gern von sich behauptet, ein Optimierer ist, hat er vor ein paar Jahren die bepflanzten Areale im Garten verrohrt. Wenn wir den einen oder anderen Bereich wässern wollen, müssen wir in der Hitzezeit nur den Schalter umlegen. Ich kann nicht zählen, wie oft wir uns in den letzten Wochen gesagt haben, dass das die Rettung für unseren Garten ist. Während anderswo mehr und mehr das Grün weicht, sind bei uns die Staudenareale und der Küchengarten relativ unbeschadet durch die Hitzezeit gekommen. Allein die Streuobstwiese, die wir nicht gießen, vermittelt uns einen Eindruck, wie es anderswo wahrscheinlich oft ausschaut.
In meinem Buch der schönen Worten steht: „Ganz mühelos lässt sich Freude nicht erjagen, wer Blumen pflanzt, der muss viel Wasser tragen“. Dieser Poesiealbumspruch bekommt in diesen Wochen eine neue Dimension. Denn ich liebe Kübel und Töpfe. Über die Zeit ist ein Gefäß zum anderen gekommen, viele Funkien sind darin versammelt, aber auch Fetthennen, Geranien und noch manch andere Schätze. Sie alle wollen in diesen Hitzewochen sorgsam betreut werden. Gern nutze ich die Zeit vor dem Abendessen, für das der Gärtner und Koch unserer Familie sorgt, um allen Kübeln eine Wasserdosis zu verabreichen. Und normalerweise ist das eine Arbeit, die ich liebe. Während der Mann beim Schnippeln und Brutzeln und einem Glas Rotwein entspannt, gehe ich von Topf zu Topf, nehme alle Pflanzen in Augenschein und erfreue mich an dem Anblick drumherum. In diesem Jahr allerdings artet das Wässern zu einem Marathonprogramm aus. Kein Tag ohne Gießen. Immer habe ich das Gefühl, auf dem Sprung sein zu müssen. Mein gelegentliches Jammern darüber nutzt mein Mann, um mir nahe zu legen, künftig nicht mehr so viel Kübel zu haben. Ich allerdings mag mich von den Arrangements nicht trennen, jedes einzelne Pflänzchen habe ich irgendwie in mein Herz geschlossen. Neulich allerdings gab ich ihm im Stillen Recht. Ein Nachzählen ergab, dass ich 140 Töpfe betreue. Das sind in einem Sommer wie diesem wohl doch ein paar zu viel!

Die Kolumne von Beate Schöttke-Penke finden Sie immer sonnabends in der Schweriner Volkszeitung.




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