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Im Garten der Sprache


  28.01.2019 - Wenn Nicole Häflinger nur Eines aus ihrem Garten behalten dürfte, würde sie den Murmel wählen. Der ist der zweitgeborene ihrer Komposthaufen.

Nach Kompostzylinder und Thermokomposter und dem „strikten Befolgen aller hochherrschaftlichen Verederungslehren, behändigte sich die Gärtnerin des gesunden Menschenverstandes, funktionierte die nutzlose, weil unbenutzte Hundesbepaßungsecke in einen Von- und zu-Kompostplatz um, kaufte Holzbretter und akkuschraubte den kubikmetrigen Erstgeborenen. Damit es auch wirklich klappte, wurde aus dem Ding rein gedanklich ein Lebewesen gemacht, besser noch: ein Haustier. Haustiere haben für gewöhnlich Namen.“ Von da an entsorgte Nicole Häflinger ihre Kompostabfälle auf Krümel, baute später einen Bruder namens Murmel und gab auch ihm „Hamahama“. Denken Sie jetzt, diese Gärtnerin hat aber einen an der Murmel? Dann bringen Sie sich möglicherweise um die Bekanntschaft mit einer Gärtnerin der besonderen ART. Denn die Schweizerin weiß ganz wunderbar ihren Alltag auf der eigenen Scholle in Literarisches zu gießen.
Als studierte Germanistin und tätige Gymnasiallehrerin ist sie im Garten der Sprache zu Hause, treibt sie in ihren Zeilen die wunderbarsten sprachlichen Luftwurzeln. Die Texte der hühnerliebenden Gärtnerin entstanden zunächst für einen Blog, der nicht mehr war als ein Experiment. Nun sind sie als liebevoll gemachtes Buch  „Grüntöne“ aus dem schweizerischen Spriessbürgerverlag (was für eine schöne Verballhornung!) zu haben. In dem nimmt Nick, wie Nicole Häflinger in Kindertagen von ihrer Mutter gerufen wurde, Laster wie Wankelmut, Gagaismus, Dussligkeit, Rausch oder Vergesslichkeit unter die gärtnerische wie literarische Lupe und das liest sich dann höchst amüsant. Nicht nur Worterfindungen wie Znüni oder Velociraptoren durchziehen die Texte, sondern es ist auch manch schlaue Lebensweisheit in dem kleinen Büchlein verpackt. Als beispielsweise eine Uraltfreundin der Autorin einen „knackeneuen“ Garten anlegen will, möchte diese sie davor bewahren, dieselben ein- und mehrfältigen Dummheiten zu begehen wie sie selbst. Woraufhin die Gartenfreundin meint: „Ach Nick, lass mich einfach meine Fehler machen. Du hattest schließlich auch die Chance dazu!“ Daraufhin Nick: Was für eine Aussage, einfach mal so aus dem Ärmel geschüttelt. Ich hatte die Chance, Fehler zu machen. Saperlott, darauf muss man erst mal kommen.




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