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Von Dachziegeln und Schiefertafeln


  12.02.2019 - Auch wenn ich noch nicht alle großen Gärten dieser Welt gesehen habe, eine ganze Menge der kleinen Gärten schon.

Immer wieder bin ich dort auf kluge Worte und Zitate gestoßen. Auf Dachziegel, Glasscheiben, Tontöpfe, Schiefertafeln, Holzstücke oder Sandstein sind dann Sätze wie diese geschrieben, gekritzelt, gepinselt, geritzt, gemeißelt: Hours fly, flowers die, new days, new ways pass by, Love stays, was übersetzt so viel heißt wie: Stunden fliegen, Blumen sterben, neue Tage, neue Wege gehen vorbei, die Liebe bleibt. Oder: Ohne Arbeit, früh und spät, wird dir nichts geraten. Der Neid sieht nur das Blumenbeet aber nicht den Spaten. In einem Garten konnte ich lesen: Das Beet ist unter den Lebensbereichen die gärtnerische Intensivstation. In einem anderen: Dem Betrübten ist jede Blume ein Unkraut. Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume. In einem Refugium wurde ich aufgefordert: Komm doch in den Garten! Ich hätte gern, dass meine Rosen dich sehen. In einem anderen: Das A und O des Obstgartens aber sind ein R und ein Q: Mit Rhabarber fang an, mit Quitten höre auf, das ist des Erntejahres Lauf. In einem dritten: Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner. Ein Zitat von Oskar Kokoschka. Manchmal wird auch ein Gedicht wie dieses von Hermann Claudius verewigt: Und es gibt Rosen / Die wie Wasser duften, / Das unergründlich / Unter dunklen Bäumen / sich heimlich rundet. / Ihrer Blüten Weisse / ist grünlich fast / und gläsern wie das Wasser. / Und voller Kühle ihr Duft / Und badet den Staub dir ab, / Der auf der Seele lastet. Oft wenn ich in den Gärten auf Worte stoße, tun diese gut. Wie wahr, wie wahr, geht einem dann durch den Kopf. Die Gedanken gehen auf Wanderschaft. Und nicht selten ist so ein Zitat ein Ausgangspunkt für ein Gespräch. Ein ums andere Mal habe ich selbst schon mal daran gedacht, lieb gewonnene Worte auf diese Weise in meinen Garten zu holen. Das Rennen gegen die Pflanzen haben sie leider immer wieder verloren. Die spielen in meinem Garten die erste Geige und so soll es bleiben. Stattdessen gibt es das edle Lederbüchlein, zu dem sich ein gefundenes Zitat ums andere gesellt. Neulich lief mir ein Ungekanntes der englischen Gärtnerin Vita Sackville-West über den Weg, das mir mal wieder aus dem Herzen sprach: „Manchmal sitze ich nur und denke. Und manchmal sitze ich nur.“

 




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