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Wenn mir die Augen aufgehen


  15.07.2019 - Manchmal frage ich mich, warum ich dem Anschauen anderer Gärten so verfallen bin. Mit dem eigenen bin ich doch zufrieden, will ihn ja auch nicht immer wieder umkrempeln und alles ganz neu machen, sage ich mir.

Doch wenn ich von einer Reise in die Gärten anderer Leute zurückkomme, weiß ich ziemlich genau, warum ich immer wieder gern zu einer solchen Fahrt aufbreche: Ich lerne das Sehen! Nun werden Sie sich möglicherweise fragen, was damit gemeint ist. Sehen können wir schließlich doch alle. Doch ich merke beim Betrachten anderer Garten, dass mir immer wieder die Augen aufgehen. Über eine ungewöhnliche Pflanzenkombination, Gartensituation oder wie Probleme gelöst werden können. Da stehe ich zum Beispiel in Hidcote, dem sehr bekannten Garten in den englischen Cotswolds und mir fällt die sehr ungewöhnliche Kombination von Farn und weißen Sterndolden ins Auge. In dieser Zusammenstellung habe ich beide Stauden noch nie gesehen. Oder ich staune im Garten Pettifers, dessen Gärtnerin ein guter Ruf voraus geht, über das ungewöhnliche Zusammenspiel von Gräserwiesen und formalen Staudenbereichen. Das erzeugt eine Spannung und ergibt zugleich ein natürliches Bild, dem auch ich gerne in meinem Garten nachstrebe. Doch man muss nicht gleich nach England fahren, um neue Augen-Blicke zu erleben. Im Garten meiner Staudengärtnerfreundin in Nordwestmecklenburg erfreute mich kürzlich die Kombination von hohen, hellgelben Hemerocallis Altissima und dem scheinbar darüber schwebenden Fenchel – einfach nur wunderschön. Auch ihr Mutterpflanzenquartier, in dem eigentlich die Pflanzen nur nebeneinander aufgereiht werden, in dem aber auch einjährige Königskerzen und Mohn mäandern dürfen, erschien dieser Tage wie ein überaus üppiger Bauerngarten. Die Augen gingen mir vor ein paar Tagen auch bei einem Förster auf. Der wohnt in einem Holzhaus aus den 30er Jahren, traumhaft in einem Tal gelegen, inmitten eines mächtigen Waldes. Das in Schwedenrot angemalte Haus ergab mit dem benachbarten Mammutbaum ohnehin schon eine harmonische Erscheinung. Doch der Gärtner hatte Teppichmispeln (Contoneaster), die er mit dem Grundstück „geerbt“ hatte, entlang eines Hanges in organische Formen geschnitten. So wirkte alles noch harmonischer, egal von welcher Seite man sich näherte. Eine gärtnerische Lösung, die gar kein Geld gekostet hat. Und die für mich zu einer Lehrstunde „im Sehen lernen“ wurde!




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