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Das Klügste, was man tun kann


  26.09.2019 - Manchmal werde ich gefragt, wie lange ich wöchentlich in meinem Garten arbeiten muss. Die Frage ist falsch gestellt. Denn mehr als dass ich muss, will ich vor allem in meinem Garten arbeiten.

Zwei volle Tage Zeit in der Woche für den Garten – und es geht mir gut. Drei volle Tage – und ich komme mir schon wie im Urlaub vor. Ich habe genug Muße, alle Ecken meines Refugiums auf Vordermann zu bringen, habe genug Zeit, den Garten in allen Einzelheiten zu betrachten und die verschiedensten Stimmungen und Lichtverhältnisse auf mich wirken zu lassen, bin nicht mit dem Gießen in Verzug. Während bei mir der Genuss im Vordergrund steht, sehen andere vor allem die Arbeit. Das ist ihre übliche Reaktion. Es scheint, als gehe es heutzutage vor allem um die Pflegeleichtigkeit. Zwar will man Sitzplätze, prächtige Blumenbeete, viele Insekten und so mancherlei Anderes in seinem Garten, aber Arbeit soll das Ganze nicht wirklich machen. Gerate ich in solche Gespräche, suche ich nach entsprechenden Entgegnungen. Und lande bei so vielen Antworten. Anders als unsere Altvorderen sind wir nicht darauf angewiesen, was der Garten hergibt. Dass es dieses Jahr kaum Äpfel gibt und viele Pflaumen madig sind, treibt uns nicht weiter um. Den Vorfahren ging es da ganz anders. Sie konnten nur verbrauchen, was sie zuvor geerntet, eingelagert, eingekocht hatten. Auch entgegne ich gerne, dass Gartenarbeit eine gute Arbeit ist. Man ist draußen in der Natur, gestaltet sie sogar. Man bewegt sich, muss sich seltener als der Durchschnittsmensch mit „Rücken plagen“. Man erfreut sich an den schönen Dingen des Lebens, kann experimentieren, ist von Lebendigem umgeben, bleibt selbst lebendig, schaut nach vorne, lernt mit Rückschlägen umzugehen. Statt nur zu konsumieren, ist man selbst aktiv, schöpft Zufriedenheit aus dem eigenen Tun.
Die Bemerkung über „so viel Arbeit“ bleibt wohl dennoch in meinem Leben. Gleichgesinnte berichten von ähnlichen Erfahrungen. Ingrid R. zitiert gern – kommt mal wieder die Rede darauf - einen Satz von Hermann Hesse: „Im Übrigen bin ich, nicht ungern, der Sklave meines Gartens, wo ich samt meiner Frau fast jede freie Minute arbeite. Es macht mich sehr müd und ist etwas zu viel, aber mitten in alledem, was die Menschen heute tun, fühlen, denken und schwatzen ist es das Klügste und Wohltuendste, was man tun kann.“
Der Satz ist Jahrzehnte alt und heute doch nicht weniger wahr!
 




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