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Für jeden eine Kanne Wasser


  01.11.2019 - Von unserem Gartengrundstück geht der Blick auf einen Waldsaum. Davor stehen drei Kopfweiden. In die Jahre gekommen und fast vollständig ausgehöhlt.

Doch die ehrwürdigen Gestalten sind voller Leben. Über die letzten Jahre waren beindicke Äste gewachsen, hoch in die Lüfte ragend. Mit jedem vergehenden Jahr schien es mehr geboten, den Weiden die Kopflast zu nehmen. Was tun, wenn sich niemand verantwortlich fühlt?
Der Familienrat beschloss, einen Arbeitseinsatz zu starten. Schon einmal, ganz zu Beginn unseres Hierseins hatten wir die Bäume geköpft und wieder Kopfweiden aus ihnen gemacht. Das wollten wir nun wiederholen. Als das Werk getan war, freuten wir uns über einen großen Hümpel Weidenholz, der nur mit einem Anhänger abzufahren war und hatten drei kahle Kopfweiden vor uns. Vier der stärkeren Weidenäste steckten wir gleich daneben in die Erde und schworen uns, jede Woche mit je einer Gießkanne Wasser für jeden Baum vorbei zu schauen.
In den Folgewochen blieben wir unserem Projekt treu. Trotz des langen und heißen Sommers. Statt durchs Dorf zu schlendern, besuchten wir „unsere Kopfweiden“, freuten uns über erste sprießende Blätter und malten uns aus, wie wir in jedem Jahr die Reihe der Kopfweiden um ein paar neue Exemplare ergänzen könnten. Als die Kühe begannen, auf der Wiese zu weiden, merkten wir, dass wir die Jung-Weiden schützen mussten. Ein paar Bänder, ein paar Stöcke hielten die Großtiere jedoch nicht ab. Jetzt schien es erst recht geboten, jede Woche mit Gießkannen unterm Arm nach unseren Weiden zu schauen. Wir debattierten, wie wir die jungen Bäume besser schonen könnten. Und müssten.
Seit ein paar Wochen hat der Sommer ein Ende. Es regnet endlich öfter. Wir müssen uns nicht mehr per Gießkanne um die jungen Bäume kümmern. Ihre Eltern daneben haben kräftige Blattschöpfe bekommen, die eindrücklich belegen, wieviel Leben in ihnen steckt. Wir ziehen Bilanz: Drei von den vier Bäumen haben es geschafft, sind angewachsen, werden die Reihe von Kopfweiden, wie sie das Landschaftsbild in Mecklenburg so oft prägen, weiter führen.
Wir sind zufrieden mit unserem Pflanz-Projekt außerhalb unseres Gartenzauns. Und fragen uns: Warum nicht auch im nächsten Jahr wieder Weiden pflanzen? Und mit je einer Kanne Wasser allwöchentlich vorbei kommen?
 




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