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Walnuss, Ahorn, Ulme und Haselnuss


  01.11.2019 - Kürzlich war ich mit zwei Freundinnen im Park der Gärten in Bad Zwischenahn. Das Gelände, das aus einer Landesgartenschau hervor gegangen ist, lohnt immer wieder einen Besuch.

Wir entdeckten hinter hohen Hecken ein sogenanntes „Keltisches Baumhoroskop“. Danach ist jedem Menschen aufgrund seines Geburtsdatums ein Baum zugeordnet. Wir Freundinnen machten uns einen Spaß daraus, uns selbst, unsere Partner, unsere Kinder den einzelnen Bäumen zuzuordnen und die ganz individuellen Eigenschaften mit den scheinbar typischen abzugleichen. Es gefiel mir, dass Walnuss, Ahorn, Ulme und Haselnuss meinen Familienmitgliedern zugeordnet waren. Wieder daheim berichtete ich über das Entdeckte und wir analysierten, ob das laut Horoskop Typische auf jeden zutrifft. Obwohl meine Männer auf das Horoskop nicht viel gaben, wollte ich mich ein wenig eingehender damit beschäftigen.
Inzwischen weiß ich, dass ein historisches Baumhoroskop bei den Kelten weder durch entsprechende Quellen noch durch Bräuche belegt ist. Es ist eine gut gemacht Erfindung der Neuzeit. Das sogenannte „Keltische Baumhoroskop“ hat seinen Ursprung in einem 1946 erschienenen Buch des britischen Schriftstellers Robert Graves, der alte Schriftzeichen willkürlich einzelnen Bäumen zuordnete. Die heute bekannteste Form des Keltischen Baumhoroskops geht auf die französische Journalistin und Regisseurin Paula Delsol zurück, die 1971 für das Mode- und Lifestyle-Magazin Marie Claire eine Reihe von Horoskopsystemen erfand, die „alten“ Kulturen nachempfunden waren. So entstand das offenbar Robert Graves nachempfundene „keltische“ Baumhoroskop, aber auch die ebenso frei erfundenen arabischen und tibetischen Horoskope.
Im Rahmen eines Urheberrechts-Streits vor dem deutschen Bundesgerichtshof musste glücklicherweise die reale Geschichte des Horoskops offengelegt werden. Dabei stellte sich Anfang der 90er Jahre heraus, dass die inzwischen auf Deutsch erschienene Ausgabe auf einem Artikel in einem polnischen Gartenkalender basierte. Der war wiederum eine Übersetzung des Keltischen Horoskops, das Paula Delsol kreiert hatte. In der Übersetzung war der in Polen unbekannte, im Frankreich aber weiter verbreitete Zürgelbaum als Zeder übersetzt worden. Das war schließlich der Beweis: Denn die Zeder war, weil sie erst im 17. Jahrhundert erstmals in England angepflanzt worden war, den Kelten unbekannt!
 




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